nexus Workshop I

12. bis 14. Oktober 2018

Erster Workshop – Zusammenfassung und Ergebnisse

An dem ersten nexus-Workshop haben Fermesk Abdolrahman, Bilal Bulut, Aziz Capkurt, Melina Delpho, Hicran Demir, David Fischer, Claudia Grönemeyer, Rabia Heybetoğlu, Annika Ley, Andreas Meidinger, Jennifer Merten, Yadigar Uzun und als Workshop-Leiter Mirza Metin und Frank Heuel teilgenommen. Übersetzer war Nihat Mert.

Zwei Tage lang haben wir uns über die Ideen und Erwartungen in Bezug auf nexus ausgetauscht und über die Theaterästhetik, Spielweisen und Rezeptionserfahrungen im kurdischen und deutschen Theater berichtet und diskutiert.

Die Workshop-Teilnehmer*innen verbinden mit der Gründung und der Arbeit des neuen kurdisch-deutschen Theaternetzwerks die Hoffnung

  • als Künstler*in und nicht als Teil eines politischen Diskurses gesehen zu werden,
  • multikulturelle Kontakte für die eigene Theaterarbeit zu knüpfen,
  • unterschiedliche Sprachen und Menschen in der Arbeit miteinander zu verbinden,
  • sich auf Augenhöhe zu begegnen,
  • gemeinsam das Netzwerk weiter aufzubauen und Ideen auszutauschen,
  • über das Netzwerk in Deutschland einen Weg auf die Bühne zu finden,
  • in der künstlerischen Arbeit so etwas wie Heimat zu finden,
  • in der Zusammenarbeit die Basis für Verstehen und Erzählen zu schaffen.

Wir haben gefragt, welche Themen uns zuerst beschäftigen:

  • Was bedeutet für die kurdischen Theaterschaffenden die zensurfreie Arbeit in Deutschland?
  • Welches sind die Unterschiede in den Spielweisen des kurdischen und deutschen Theaters?
  • Worin unterscheiden sich die Erwartungshaltungen eines kurdischen und eines deutschen Publikums?
  • Rührt die hohe Energie des kurdischen Theaters aus dem Verständnis eines Theaters des Widerstands – spürbar im Text, im Spiel, in den Inszenierungen?
  • Wie kommt kurdisches Theater hier in Deutschland, beim deutschen Publikum an?
  • Wie sieht das Theater aus, das kurdisch-deutsch ist und das für uns Theaterschaffende funktioniert und das Publikum erreicht?

Über einige der Fragen konnten wir ganz konkret anhand der Inszenierungen „Anziehungskräfte“, einer deutsch-kurdischen Koproduktion, und „Disco Nummer 5“, einer rein kurdischen Theaterproduktion, die im Rahmen des Workshops erstmals in Deutschland zu sehen war, diskutieren. Darüber hinaus war es für die deutschen Teilnehmenden sehr wichtig etwas über die Geschichte und heutigen Erscheinungsformen des kurdischen Theaters zu erfahren.
Die Sprache/n waren ein Hauptthema – sowohl in Bezug auf die Kommunikation im Workshop wie auch als künstlerisches Ausdrucksmittel. Es bestand Einigkeit darüber, dass wir – mithilfe eines Übersetzers – in den Workshops auf Deutsch und Kurdisch kommunizieren. (Im ersten Workshop sprachen die meisten Kurmancî oder Soranî und Deutsch.) Die Sprache als wichtiger Teil der Identität, als Hauptausdrucksmittel von Autor*innen und Schauspieler*innen wird in der gemeinsamen Arbeit einen hohen Stellenwert einnehmen.

Künstlerische Heimat

Eine künstlerische Heimat kann man nur in der Arbeit selbst finden. Welche ästhetischen, inhaltlichen und dramaturgischen Aspekte sind dabei in Bezug auf Kooperationen von besonderer Bedeutung? Wie funktionieren Kooperationen, in denen KünstlerInnen unterschiedlicher Traditionen und Vorstellungen aufeinandertreffen? In diesem ersten Workshop geht es darum, sich mit allen Teilnehmern über Arbeitsweisen und eventuell Kooperationserfahrungen auszutauschen. Im Rahmen des Workshops werden zwei Vorstellungen besucht: eine deutsch-kurdische Koproduktion und ein kurdisches Gastspiel.

Geleitet wird der Workshop von Mirza Metin, kurdischer Autor, Regisseur und Schauspieler und Leiter des kurdischen Theaters Şermola Performans, Istanbul, und Frank Heuel, künstlerischer Leiter des fringe ensemble. Die beiden haben sich in Istanbul kennengelernt und bereits mehrfach zusammengearbeitet.

Freitag, 12. Oktober 2018
NachmittagsAnreise
18 Uhr Besuch der Vorstellung ANZIEHUNGSKRÄFTE, eine Koproduktion von fringe ensemble, Bonn, und Şermola Perfomans, Istanbul, im theaterimballsaal. Anschließend Gespräch im Foyer des Theaters.
Samstag, 13. Oktober 2018
Probenraum HANSA-HAUS, Bad Godesberg
10 Uhr Mirza Metin und Frank Heuel erläutern das Zustandekommen der Kooperationen zwischen fringe ensemble und Şermola Perfomans und geben Einblicke in ihre Arbeitsweisen, unterschiedlichen Perspektiven und den gemeinsamen Arbeitsprozess.
Anschließend: Fragerunde
11:30 UhrKaffeepause
11:45 Uhr Präsentation der künstlerischen Erfahrungen und Positionen der Workshop-TeilnehmerInnen (Ästhetik, Dramaturgie, Inhalt)
13 Uhr Mittagspause
14 UhrDiskussion: Was ist eine gute Kooperation und wie kann sie aussehen?
15.30 Uhr Kaffeepause
16 UhrResumée und Ausblick
17 Uhr Pause
20 UhrBesuch der Vorstellung DISCO NUMMER 5, ein Gastspiel von Şermola Perfomans, Istanbul, im theaterimballsaal.
Im Anschluss findet ein Publikumsgespräch statt.
Sonntag, 14. Oktober 2018
Probenraum HANSA-HAUS, Bad Godesberg
10 Uhr Gespräch über die Inszenierungen ANZIEHUNGSKRÄFTE und DISCO NUMMER 5
11.30 Uhr Abschlussrunde, Sammlung möglicher Themen für die folgenden Workshops
12 Uhr Ende des Workshops
Wer Interesse an der Teilnahme am Workshop I hat, sendet bitte eine E-Mail an mail@nexus-theatre.net
Résumé

Erster Workshop – Zusammenfassung und Ergebnisse

An dem ersten nexus-Workshop haben Fermesk Abdolrahman, Bilal Bulut, Aziz Capkurt, Melina Delpho, Hicran Demir, David Fischer, Claudia Grönemeyer, Rabia Heybetoğlu, Annika Ley, Andreas Meidinger, Jennifer Merten, Yadigar Uzun und als Workshop-Leiter Mirza Metin und Frank Heuel teilgenommen. Übersetzer war Nihat Mert.

Zwei Tage lang haben wir uns über die Ideen und Erwartungen in Bezug auf nexus ausgetauscht und über die Theaterästhetik, Spielweisen und Rezeptionserfahrungen im kurdischen und deutschen Theater berichtet und diskutiert.

Die Workshop-Teilnehmer*innen verbinden mit der Gründung und der Arbeit des neuen kurdisch-deutschen Theaternetzwerks die Hoffnung

  • als Künstler*in und nicht als Teil eines politischen Diskurses gesehen zu werden,
  • multikulturelle Kontakte für die eigene Theaterarbeit zu knüpfen,
  • unterschiedliche Sprachen und Menschen in der Arbeit miteinander zu verbinden,
  • sich auf Augenhöhe zu begegnen,
  • gemeinsam das Netzwerk weiter aufzubauen und Ideen auszutauschen,
  • über das Netzwerk in Deutschland einen Weg auf die Bühne zu finden,
  • in der künstlerischen Arbeit so etwas wie Heimat zu finden,
  • in der Zusammenarbeit die Basis für Verstehen und Erzählen zu schaffen.

Wir haben gefragt, welche Themen uns zuerst beschäftigen:

  • Was bedeutet für die kurdischen Theaterschaffenden die zensurfreie Arbeit in Deutschland?
  • Welches sind die Unterschiede in den Spielweisen des kurdischen und deutschen Theaters?
  • Worin unterscheiden sich die Erwartungshaltungen eines kurdischen und eines deutschen Publikums?
  • Rührt die hohe Energie des kurdischen Theaters aus dem Verständnis eines Theaters des Widerstands – spürbar im Text, im Spiel, in den Inszenierungen?
  • Wie kommt kurdisches Theater hier in Deutschland, beim deutschen Publikum an?
  • Wie sieht das Theater aus, das kurdisch-deutsch ist und das für uns Theaterschaffende funktioniert und das Publikum erreicht?

Über einige der Fragen konnten wir ganz konkret anhand der Inszenierungen „Anziehungskräfte“, einer deutsch-kurdischen Koproduktion, und „Disco Nummer 5“, einer rein kurdischen Theaterproduktion, die im Rahmen des Workshops erstmals in Deutschland zu sehen war, diskutieren. Darüber hinaus war es für die deutschen Teilnehmenden sehr wichtig etwas über die Geschichte und heutigen Erscheinungsformen des kurdischen Theaters zu erfahren.
Die Sprache/n waren ein Hauptthema – sowohl in Bezug auf die Kommunikation im Workshop wie auch als künstlerisches Ausdrucksmittel. Es bestand Einigkeit darüber, dass wir – mithilfe eines Übersetzers – in den Workshops auf Deutsch und Kurdisch kommunizieren. (Im ersten Workshop sprachen die meisten Kurmancî oder Soranî und Deutsch.) Die Sprache als wichtiger Teil der Identität, als Hauptausdrucksmittel von Autor*innen und Schauspieler*innen wird in der gemeinsamen Arbeit einen hohen Stellenwert einnehmen.

Workshop

Künstlerische Heimat

Eine künstlerische Heimat kann man nur in der Arbeit selbst finden. Welche ästhetischen, inhaltlichen und dramaturgischen Aspekte sind dabei in Bezug auf Kooperationen von besonderer Bedeutung? Wie funktionieren Kooperationen, in denen KünstlerInnen unterschiedlicher Traditionen und Vorstellungen aufeinandertreffen? In diesem ersten Workshop geht es darum, sich mit allen Teilnehmern über Arbeitsweisen und eventuell Kooperationserfahrungen auszutauschen. Im Rahmen des Workshops werden zwei Vorstellungen besucht: eine deutsch-kurdische Koproduktion und ein kurdisches Gastspiel.

Geleitet wird der Workshop von Mirza Metin, kurdischer Autor, Regisseur und Schauspieler und Leiter des kurdischen Theaters Şermola Performans, Istanbul, und Frank Heuel, künstlerischer Leiter des fringe ensemble. Die beiden haben sich in Istanbul kennengelernt und bereits mehrfach zusammengearbeitet.

Freitag, 12. Oktober 2018
NachmittagsAnreise
18 Uhr Besuch der Vorstellung ANZIEHUNGSKRÄFTE, eine Koproduktion von fringe ensemble, Bonn, und Şermola Perfomans, Istanbul, im theaterimballsaal. Anschließend Gespräch im Foyer des Theaters.
Samstag, 13. Oktober 2018
Probenraum HANSA-HAUS, Bad Godesberg
10 Uhr Mirza Metin und Frank Heuel erläutern das Zustandekommen der Kooperationen zwischen fringe ensemble und Şermola Perfomans und geben Einblicke in ihre Arbeitsweisen, unterschiedlichen Perspektiven und den gemeinsamen Arbeitsprozess.
Anschließend: Fragerunde
11:30 UhrKaffeepause
11:45 Uhr Präsentation der künstlerischen Erfahrungen und Positionen der Workshop-TeilnehmerInnen (Ästhetik, Dramaturgie, Inhalt)
13 Uhr Mittagspause
14 UhrDiskussion: Was ist eine gute Kooperation und wie kann sie aussehen?
15.30 Uhr Kaffeepause
16 UhrResumée und Ausblick
17 Uhr Pause
20 UhrBesuch der Vorstellung DISCO NUMMER 5, ein Gastspiel von Şermola Perfomans, Istanbul, im theaterimballsaal.
Im Anschluss findet ein Publikumsgespräch statt.
Sonntag, 14. Oktober 2018
Probenraum HANSA-HAUS, Bad Godesberg
10 Uhr Gespräch über die Inszenierungen ANZIEHUNGSKRÄFTE und DISCO NUMMER 5
11.30 Uhr Abschlussrunde, Sammlung möglicher Themen für die folgenden Workshops
12 Uhr Ende des Workshops
Wer Interesse an der Teilnahme am Workshop I hat, sendet bitte eine E-Mail an mail@nexus-theatre.net